Weitere Gedanken des Autors:
Der Beruf des Forschers ist sicherlich einer der vielseitigsten dieser Welt. Als Tierforscher beobachtet und interpretiert man das Gesehene und man übergibt sein Wissen an die Nachwelt.
In meinem Buch bin ich noch einen Schritt weiter gegangen: Der Forscher wird selbst zu dem erforschten Objekt, in meinem Fall dem Löwen. Damit ist es nicht nur möglich zu beobachten, sondern auch zu interagieren und somit ein viel umfangreicheres Wissen über das zu erforschende Tier zu sammeln. Als Erkenntnis dieser Forschung kommt in meinem Buch heraus, dass wir Menschen über den Löwen, der als das am besten erforschte Tier auf dieser Welt gilt, eigentlich kaum etwas wissen. Dies liegt daran, dass wir trotz intensiver Forschung immer nur oberflächlich arbeiten können, weil Löwen, genauso wie wir Menschen, sehr vielseitig sind. Sie leben nicht nach "Schema F", sondern sie führen ein komplexes Leben. Wenn jemand versuchen würde, uns Menschen zu erforschen, käme ebenfalls ein enorm umfangreiches Wissen zusammen. Wie können wir also den Tieren das Recht auf ein eigenes Leben nehmen, nachdem wir im Grunde so wenig über sie wissen?
In meinem Buch kommt neben der außer- gewöhnlichen Forschungsmethode noch hinzu, dass man im Körper eines Löwen dessen Sinne nutzen kann, was in Wirklichkeit jedoch nicht möglich ist. Daher basieren die Erfahrungen des jungen Hauptcharakters auf den wissenschaft- lichen Erkenntnissen, die es bisher gibt und meiner Fantasie, die sehr ausgeprägt ist.
Letztendlich kann man die Moral von meiner Geschichte, dass unsere Forschung nur einen sehr kleinen Teil des gesamten Wissens beträgt und deren Ergebnisse daher nicht gedankenlos genutzt werden sollten, in alle denkbaren Bereiche übertragen. Daher habe ich die Befürchtung, dass die voreilige Verwendung der bisherigen Forschungsergebnisse, um die Welt den Wünschen der Menschheit anzupassen, zu einer schlimmen Schädigung des Ökologischen Systems bis zur völligen Zerstörung führen wird. Wir verändern ein System, das Millionen von Jahren benötigt hatte, um sich zu entwickeln.
Ich möchte diese Gedanken zum besseren Verständnis an einem Beispiel erklären: Wenn man in einem umfangreichen Computer- programm, das man nur zum Teil kennt, eine Änderung einarbeitet, hat man eine neue Funktion dazugewonnen, die man mit einfachem Ausprobieren auch überprüfen kann. Nachdem Merkerwörter und Programmabschnitte oft miteinander verschachtelt sind, so wie auch die Natur miteinander verflochten ist, wird nun das Risiko hoch, dass man in einem anderen Teil des Programmes unabsichtlich eine Änderung hervorruft, die in bestimmten Voraussetzungen, die man anfangs gar nicht überblickt, Teile des Programmes oder schlimmstenfalls sogar das gesamte Programm zum Absturz bringen kann. Als Internetadministrator habe ich dieses Phänomen schon mehrmals erlebt, weshalb ich es auch als Beispiel genutzt habe.
All dies macht der Mensch an den Genen der Natur, den Programmbausteinen. Vielleicht sollten wir jedoch in unserer schnelllebigen Zeit einfach mal wieder zu den Ursprüngen zurückkehren und der Natur die Möglichkeit geben, sich von der enormen Belastung zu erholen. Denn diese Welt ist einfach zu schön, um sie noch mehr den ganz privaten Wünschen der Spezies Mensch anzupassen. Damit würde sie an Individualität und an Lebensqualität einbüßen.